Das Abrutschen der Mittelschicht
und was man dagegen tun kann
 


Was liegt die Grenze zwischen der finanziellen Mittelschicht und Unterschicht? Dazu gibt es unterschiedliche Definitionen. Die EU definiert die Untergrenze der Mittelschicht für Deutschland mit rd. 800 € (mehr). Die Bundesregierung definiert die Armutsgrenze für einen Single mit 781 € (mehr).

Mit nur 800 € Monatseinkommen gilt man bereits als Mittelschicht. Welch ein bescheidener Maßstab.

Statistisches Bundesamt: So arm ist die Mittelschicht


Das Statistische Bundesamt stellte am 25.08.2008 in Pressemitteilung Nr. 305 fest, daß 3 von 4 der Einkommenssteuerpflichtigen weniger als 1.800 € netto verdienen (Single). Bei Einkünften von Familienernährern liegt zwar der Steuersatz etwas niedriger - aber dafür muß auch eine Familie ernährt werden, was pro Kopf noch niedrigere Einkünfte bedeutet.

Fast 30% aller Arbeitnehmer/Selbständigen hatten im Jahr 2004 Gesamteinkünfte von höchstens 10 000 € - im gesamten Jahr, wohlgemerkt. Und zwar brutto. Das sind netto 833 € monatlich.

Die Hälfte aller Arbeitnehmer/Selbständigen hatte jährliche Einkünfte von
monatlich unter 1.251 € netto.

Die guten alten Zeiten - für immer verloren?


In den 1980er-Jahren - bevor die Globalisierung ihre Wirkung auf den Arbeitsmarkt entfaltete - war die Mittelschicht ein recht sicherer Hafen. Karrieren, die Versorgung der Familie und sogar ein Hausbau waren einigermaßen gesichert und planbar. Die Regierungsparteien schafften diese Sicherheit ab.

Seitdem sinken die Einkommen der meisten Menschen. Monitor Nr. 578 vom 22.05.2008 stellt fest: Von 2000 - 2006 sind 5 Mio. Menschen aus der Mittelschicht herausgefallen. Für ihre Kinder geben Mittelschicht- Ellern das Ziel auf, daß es ihnen besser gehen soll. Stattdessen sorgen sich die Eltern, daß Ihre Kinder nicht abstürzen.